In der zurückliegenden Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Waidhofen und vor den Neuwahlen zeigte die Vorstandschaft sowie die Kommandantschaft in gewohnter Weise die Entwicklung des vergangenen Jahres auf.
Für Vorsitzenden Helmut Friedl, seinen Vize Konrad Reiner sowie für Kommandant Robert Dormeier war es die letzte Jahreshauptversammlung, da sie nicht mehr zur Wahl antraten. Ein geplanter Generationswechsel.
Vor rund 86 Aktiven und Passiven Mitgliedern und in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrsaal blickte Vorsitzender Helmut Friedl zum letzten Mal als Vorsitzender auf das Vereinsjahr zurück. Herzlich Willkommen hieß Friedl die anwesenden Ehrenmitglieder sowie alle aktiven und passiven Mitglieder, die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier, Kreisbrandinspektor Andreas Stark, Kreisbrandmeister Ludwig Betz sowie Bürgermeister Josef Fuchs, die anwesenden Gemeinderäte und Altbürgermeister Josef Lechner.
In einer Gedenkminute wurde an die verstorbenen Kameraden erinnert. Das Vereinsjahr 2024 begann mit der Sammlung der ausgedienten Christbäume und dem Neujahresempfang im Pfarrheim. Beim traditionellen Bürgerfest im Januar konnte wieder richtig gefeiert werden. Beim Faschingstreiben am Kirchplatz im Februar sorgte die Feuerwehr für das leibliche Wohl. Bei der Floriansmesse und anschließendem Kameradschaftsabend im Mai konnte Helmut Friedl zahlreiche Feuerwehrleute in Uniform begrüßen, ebenso beim Fronleichnamsumzug, obwohl am Abend davor das Patenbitten der Langenmosener Feuerwehr in Waidhofen stattfand und die Nacht sehr kurz war. Im Juni konnte Friedl auf einen besonderen Tag zurückblicken, dem Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus. Ebenso im Juni fand das Dorfpokalschießen statt sowie das Gründungsfest in Junkenhofen.
Auch das Ferienprogramm mit 55 Kindern war wieder ein Höhepunkt. Gefeiert wurde auch wieder beim Sommerfest, was für Friedl immer ein schöner Anlass ist, sich bei allen ehrenamtlichen Helfern für die geleistete Arbeit im Jahr zu bedanken.
Weitere Höhepunkte im Vereinsjahr waren eine Goldene Hochzeit und zahlreiche runde Geburtstage, insbesondere der 80. Geburtstag von Ehrenmitglied Johann Mayr.
Im Oktober ging es zum Kameradschaftsabend nach Langenmosen sowie im November zur Verbandsversammlung nach Schönesberg. Ebenfalls im November war die Fahnenabordnung beim Volkstrauertag im Einsatz und im Dezember wurde der Nikolausdienst von der Feuerwehr an zwei Abenden organisiert. „Die Vorstandschaft hat in 2024 elf Vorstandssitzungen abgehalten“, berichtete Friedl in seinen Schlussworten und bedankte sich abschließend bei all den Firmen, Banken und Personen, die den Feuerwehrverein während seiner Amtszeit unterstützten. Ein weiterer Dank galt seinem scheidenden Stellvertreter Konrad Reiner sowie den beiden Kommandanten Robert Dormeier und Markus Schmid.
Der scheidende Kommandant Robert Dormeier startete in seiner letzten Präsentation zunächst gewohnt mit der Zahl der Aktiven, die in 2024 bei 96 lag und sich seit seinem Amtsantritt in 2007 von 36 Aktive auf 96 fast verdreifacht hat. Davon befinden sich 33 in der Jugendfeuerwehr. Trotz einiger Ausscheider in 2022 und 2024 geht die Entwicklung der Aktiven somit seit Jahren durchschnittlich konstant nach oben – eine positive Bilanz für den scheidenden Kommandanten. Auch die Entwicklung des Ausbildungsstandes konnte die Feuerwehr im Vergleich zum Vorjahr in vielen Bereichen weiter ausbauen. So kann die Feuerwehrführung beispielsweise auf 64 Aktive mit Truppmann-Ausbildung zurückgreifen. Auch auf die Altersstruktur der Aktiven ging der Kommandant ein: „Basis mit rund 55% der Aktiven bildet die Altersgruppe bis 26 Jahre“, sagte Dormeier, gefolgt von rund 15 % zwischen 27-35 Jahre, 20% zwischen 36-45 Jahre und 10% zwischen 46-65 Jahre. „ Die Alterspyramide funktioniert nicht mehr, aber trotz einer jungen Mannschaft, ist auch die notwendige Erfahrung durch die Älteren noch vorhanden“, betonte Dormeier. Geübt wurde wieder fleißig, die Gesamtübungsstunden lagen bei rund 2200 (VJ: 2603) Stunden. Der Durschnitt der Übungsteilnehmer lag bei 26,8 (VJ: 19,5) Teilnehmer/Übung. Einen neuen Rekord gab es wieder bei den Einsätzen. Die Einsatz-Statistik kennt seit Jahren nur einen Weg – steigende Zahlen. Mit 43 Ernstfällen war das Jahr 2024 das einsatzreichste Jahr der letzten 12 Jahre. Würde man jeden Einsatz beim Schrobenhausener Hochwasser einzeln zählen, würden sich die Einsätze sogar von 43 auf 76 erhöhen. Bei rund 60 Prozent der insgesamt 43 Einsätze des vergangenen Jahres handelte es sich um Technische Hilfeleistungen (THL), rund 12 % waren Brände. Durchschnittlich hatten die Kommandanten 16,5 (VJ: 13) Feuerwehrleute pro Einsatz zur Verfügung. Die gesamten Einsatzhelferstunden betrugen 2024 rund 1744 Stunden. Abschließend dankte Kommandant Dormeier seinem Stellvertreter, der Gemeinde und Bürgermeister Josef Fuchs, den Geräte-, Jugend- und Atemschutzwarten, seinen Einsatz- und Übungsleitern sowie den Aktiven.
Eine gut aufgestellte Jugendfeuerwehr präsentierte anschließend Jugendwart Sebastian Schmid. Er berichtete von den Höhepunkte und Ereignissen 2024 und zeigte die Impressionen aus dem Übungsdienst. Die Jugendfeuerwehr besteht aktuell aus zwei Gruppen und umfasst aktuell 33 Mitglieder (VJ: 44). Somit zählt die Waidhofener Jugendfeuerwehr zu den größten im ganzen Landkreis. Acht Jugendliche konnten 2024 dann in die aktive Wehr übernommen werden, zudem gab es neun Austritte und sechs Neuzugänge. Trotz eines leichten Rückgangs zum Vorjahr steht die Nachwuchsarbeit auf einer soliden Basis, die jedes Jahr einige Übertritte in die aktive Mannschaft hervorbringt und diese somit langfristig stärkt.
Im Weiteren Verlauf der Tagesordnung folgte der Bericht des Fachbereiches Atemschutz durch Christian Haas. Der Fachbereich besteht aktuell aus 25 Atemschutzträger/innen aus Waidhofen, sowie weitere vier aus der Wangener Wehr. In 2024 fanden zehn Übungen mit insgesamt 166 (VJ: 168) Übungsstunden statt.
Vor den anschließenden Neuwahlen bedankte sich Bürgermeister Josef Fuchs bei der Vereinsführung und bei den Kommandanten für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Bewegende Worte fand Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier für ersten Kommandanten Robert Dormeier, der sich nach 18 Jahren nicht mehr zur Wahl stellte. „Ein interessanter Zeitgenosse“, schmunzelte Kreitmeier. „Du hast deine Feuerwehr gefördert aber auch gefordert“, fügte er hinzu und bedankte sich für die „Zucht und Ordnung“ innerhalb der Waidhofener Wehr, und die Menschlichkeit , die Dormeier stets an den Tag legte. Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier bedankte sich bei allen scheidenden Kammeraden und wünschte den Nachkommenden alles Gute.
Lehrgänge und Fortbildungen
Auch an Lehrgängen wurde 2024 nicht gespart. Am Basis Lehrgang Modulare Truppausbildung (MTA) nahmen teil: Leni Böck, Tim Burger, Natalie Fleischmann, Ramona Friedl, Luise Lechner, Maximilian Ziegler. Ziel der MTA ist das Erlernen der Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst, unabhängig von Größe und Ausstattung der Feuerwehr.
Andreas Asam, Ronja Becker, Katarzyna Biegaj, Leni Böck, Tim Burger, Michael Feichtinger, Natalie Fleischmann, Ramona Friedl, Alexander Greppmair, Stefan Katzlmayr, Luise Lechner sowie Maximilian Ziegler nahmen am Funklehrgang teil.
Den MTA-Abschlusslehrgang absolvierten: Jonas Doppler, Leon Hartl, Moritz Lebmeier, Jakob Schlittenbauer, Timon Tögel und Anna Schwab.
Am Atemschutzlehrgang nahmen teil: Jonas Doppler, Jonas Fleischmann und Moritz Lebmeier.
Am Lehrgang Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) nahmen teil: Ronja Becker, Leni Böck, Tim Burger, Natalie Fleischmann, Ramona Friedl, Stefan Katzlmayr, Luise Lechner und Maximilian Ziegler.
Am Fahrsicherheitstraining nahmen teil: Christian Haas, Maximilian Haas, Markus Kindl, und Stefan Leidl.
An den Gruppenführer Lehrgängen nahmen teil: Dominik Weber, Robert Dormeier, Alfons Greppmair, Christian Haas, Martin Lebmeier, Stefan Leidl, Michael Mirwald, Konrad Reiner, Sebastian Schmid und Julia Weber.
Ehrungen, Beförderungen
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung gab es zahlreiche Ehrungen und Beförderungen. Zum Oberfeuerwehrmann/-frau wurden Melanie Friedl, Marcel Heilmayr, Moritz Lebmeier und Annika Prell befördert, zum Hauptfeuerwehrmann wurden Maximilian Haas, Daniel Haid und Enrico Lachnit befördert, zur Löschmeisterin wurde Julia Weber und zum Oberlöschmeister wurde Alexander Ziegler befördert. Geehrt für 10 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurde Andreas Reisinger, für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst Karl Burger. Für 18 Jahre Vorstandschaft (Vereinsabzeichen in Silber) wurden geehrt: Benjamin Bichler, Florian Mair, Markus Schmid, Konrad Reiner. Für 24 Jahre Vorstandschaft (Vereinsabzeichen in Gold) wurden geehrt: Alfons Greppmair, Markus Krammer und Helmut Friedl. Für 32 Jahre im Amt des Kassenprüfers wurde Josef Pfeiffer geehrt, der nicht mehr zur Wahl antrat. Kommandant Robert Dormeier wurde zum Ehrenkommandanten ernannt.
Neuwahlen: Stefan Leidl ist neuer Feuerwehrvorsitzender, Markus Schmid neuer Kommandant
Eine Ära geht geplant zu Ende –Helmut Friedl, Konrad Reiner und Robert Dormeier geben wichtigste Feuerwehr-Ämter ab an jüngere Generation
Robert Dormeier zum Ehrenkommandant ernannt.
Vorsitzender Helmut Friedl hatte es bereits im letzten Jahr angekündigt, dass er nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stehe und somit den Weg für einen Generationswechsel frei mache. Auch sein Vize Konrad Reiner sowie Kommandant Robert Dormeier schlossen sich dem an, und traten nicht mehr zur Wahl an. Dies führte zum geplanten Generationswechsel innerhalb des Feuerwehrvereins und der aktiven Mannschaft. Zunächst blicke Friedl jedoch auf seine 12jährige Amtszeit zurück. Unter Helmut Friedl gab es zahlreiche Neuerungen. So gab es zehn Mal die Christbaumsammlung, zehn Bürgerfeste – außer in den Corona Jahren, Sommerfeste statt Helferfeste, viele runde Geburtstage, neun Trauerfälle von Kammeraden, eine Goldene Hochzeit, 110 Vorstandssitzungen, Ferienprogramm, Bewirtung der Raiffeisenversammlung, einige Fahnenweihen, Ausflüge zur Partnerfeuerwehr Hain-Zagging und Traunstein, seit 2021 den Nikolausdienst sowie die Qualitätsstandards wie Führungszeugnis und Gesundheitszeugnis. Der Mitgliederstand wuchs von 66 Mitgliedern im Jahre 2013 auf aktuell 160 Mitglieder. Für die Neuwahlen war somit die Ausgangslage klar, entsprechend gut organisiert, vorbereitet und schnell verlief der Wahlgang. Die Vorstandschaft hatte zu fast jeder Position einen Wahlvorschlag vorbereitet, Vorschläge aus der Versammlung selbst gab es nur bei den Beisitzern. Die Wahlergebnisse lauten wie folgt: Zum neuen Vereinsvorsitzenden wurde Stefan Leidl gewählt, der Helmut Friedl ablöst. Zur Vize Chefin wurde Julia Weber gewählt, die das Amt von Konrad Reiner übernimmt. Zum ersten Kommandanten wurde der bisherige Vize Kommandant Markus Schmid gewählt, der Robert Dormeier ablöst. Zum zweiten Kommandanten wurde Alexander Ziegler gewählt, der das Amt von Markus Schmid übernimmt. Schriftführer bleibt wie bisher Benjamin Bichler, ebenso bleibt Markus Krammer Kassier. Als Kassenprüfer wurde Rainer Ploss wiedergewählt und Helmut Friedl neu gewählt. Als Beisitzer wurden Manfred Bolzer und Niklas Mönch gewählt. Alle Gewählten nahmen die Wahl an, die Bestätigung der Kommandanten durch den Gemeinderat gilt als Formsache. Für seine langjährigen Dienste wurde Robert Dormeier zum Ehrenkommandant ernannt.